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Epoxidfuge auf bestehender Fuge: So gelingt die Poolrenovierung

Ein gefliertes Becken mit bröckelnden Fugen ist ein konkretes Problem: Wasser dringt ein, Algen siedeln sich in den Zwischenräumen an, und die Frage nach einer neuen Beschichtung …

Technicien appliquant un joint époxy sur les joints existants d'une piscine en rénovation

Ein gefliertes Schwimmbecken, dessen Fugen bröckeln, stellt ein konkretes Problem dar: Wasser dringt ein, Algen siedeln sich in den Zwischenräumen an, und die Frage, ob sich die Fugen mit Epoxidharz überarbeiten lassen, steht schnell im Raum. Epoxidharz direkt auf eine alte Zementfuge im Schwimmbecken aufzutragen, ist technisch möglich. Die Voraussetzungen für eine ausreichende Haftung sind jedoch so streng, dass eine gründliche Prüfung des vorhandenen Untergrunds über den gesamten weiteren Ablauf der Arbeiten entscheidet.

Haftung von Epoxidharz auf altem Zement: Was in der Praxis dagegenspricht

Bei der Sanierung eines Schwimmbeckens zeigt sich oft dasselbe Bild: Die Zementfuge sieht an der Oberfläche intakt aus, doch schon ein Kratzen mit der Spitze eines Schraubendrehers lässt das Material zerbröseln. Epoxidharz haftet durch eine chemische Bindung, nicht durch Absorption. Es benötigt einen tragfähigen, sauberen und frei von losen Bestandteilen befindlichen Untergrund.

Eine sandende Fuge verhindert diese Bindung bereits, wenn die betroffene Schicht nur wenige Millimeter dick ist. In den technischen Merkblättern von Mapei wird darauf hingewiesen, dass der Untergrund sauber, tragfähig, trocken und frei von nicht haftenden Bestandteilen sein muss. Wenn man an einem Becken arbeitet, das seit mehreren Tagen leer steht, und die vorhandenen Fugen auskratzt, sieht die Realität oft weniger günstig aus als erhofft.

Das Problem liegt nicht am Epoxidharz selbst. Entscheidend ist der tatsächliche Zustand der vorhandenen Fuge: Er bestimmt, ob eine Überarbeitung hält oder sich in den folgenden Monaten ablöst. Bevor man also auch nur einen Eimer Harz kauft, sollte man zunächst den Untergrund gründlich prüfen – und sich nicht allein auf den Augenschein verlassen. Wer eine Epoxidfuge auf Schwimmbadfliesen erneuern möchte, kann auf diese Prüfung nicht verzichten.

Vorhandene Fugen im Schwimmbecken prüfen: drei Kontrollen vor der Entscheidung

Bei der Prüfung geht es nicht nur darum, festzustellen, ob die Fuge Risse aufweist. Entscheidend ist, ob das verbliebene Material als Haftgrund dienen kann oder entfernt werden muss.

  • Mechanische Festigkeitsprüfung: Mit einem starren Werkzeug (Schlitzschraubendreher, Fugenkratzer) an mehreren Stellen des Beckens entlangfahren, auch in den Ecken und am Boden. Bröckelt die Fuge oder löst sie sich pulverförmig ab, ist eine Überarbeitung in diesen Bereichen ausgeschlossen.
  • Prüfung auf Restfeuchtigkeit: Auch nach dem Ablassen des Wassers kann eine alte Zementfuge in der Tiefe noch Feuchtigkeit enthalten. Zur Kontrolle ein Stück Klebefolie für einige Stunden aufbringen. Bildet sich darunter Kondenswasser, ist die Feuchtigkeit für das Aushärten des Epoxidharzes zu hoch.
  • Prüfung der verfügbaren Fugentiefe: Eine oberflächliche Überarbeitung von weniger als zwei Millimetern bietet den meisten Epoxidmörteln keine ausreichende Schichtdicke. Wie tief die Fuge mindestens ausgekratzt werden muss, hängt vom gewählten Produkt ab. Verlässliche Angaben dazu finden sich ausschließlich im technischen Merkblatt des Herstellers.

Ergeben zwei dieser drei Prüfungen ein Problem, ist das vollständige Entfernen der Fugen die einzige zuverlässige Lösung. So spart man sich den Versuch einer Überarbeitung, die sich beim ersten Überwintern wieder ablöst.

Vergleich zwischen einer beschädigten alten Fuge und einer neuen Epoxidfuge auf Schwimmbadfliesen

Fliesenuntergrund im Schwimmbecken vor dem Auftragen von Epoxidharz vorbereiten

Bestätigt die Prüfung, dass die alte Fuge ausreichend fest ist, bleibt die Vorbereitung des Untergrunds dennoch aufwendig. Bei einem Schwimmbecken durchschnittlicher Größe kann dieser Arbeitsschritt leicht mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Zunächst werden mit einem Hochdruckreiniger Kalkablagerungen und organische Rückstände entfernt. Manche Fachleute ergänzen die Reinigung durch das Auftragen von Salzsäure (je nach Zustand des Untergrunds verdünnt oder unverdünnt) und anschließendes gründliches Abspülen. Ziel ist eine saubere Oberfläche ohne Fettrückstände oder Beläge, die die chemische Bindung beeinträchtigen könnten.

Die alte Fuge teilweise auszukratzen, ist nahezu immer erforderlich, selbst wenn sie nicht vollständig entfernt wird. Mindestens die beschädigte Oberflächenschicht muss abgetragen werden, damit das Epoxidharz ausreichend tief haften kann. Mit einem Fugenkratzer oder einem oszillierenden Werkzeug lässt sich diese Arbeit erledigen, ohne Fliesen oder Mosaik zu beschädigen.

Den Untergrund vor dem Auftragen vollständig trocknen zu lassen, wird häufig unterschätzt. Dabei geht es nicht um wenige Stunden: Je nach Wetterbedingungen und Fugentiefe kann eine Trocknungszeit von mehreren Tagen erforderlich sein. Wird Epoxidharz auf einen in der Tiefe noch feuchten Untergrund aufgetragen, kann dies die Aushärtung beeinträchtigen.

Aushärtung und Wiederbefüllung: Die Wartezeit, die niemand einhalten möchte

Die Versuchung ist groß, das Becken kurz nach dem Verfugen wieder zu befüllen. Die Aushärtezeiten hängen vom Produkt und der Umgebungstemperatur ab. Für ein Mapei-Produkt wird bei 23 °C eine Aushärtezeit von mindestens zehn bis vierzehn Tagen vor dem Eintauchen in Wasser angegeben. Bei kalter Witterung verlängert sich diese Zeit.

Diese Frist lässt sich nicht auf alle Epoxidharze übertragen. Jedes Produkt hat seinen eigenen Aushärteplan. Wird die Wartezeit verkürzt, drohen eine vorzeitige Ablösung der Fuge oder eine irreversible Weißfärbung bei Wasserkontakt.

Auch die Wasseraufbereitung des Beckens spielt eine Rolle. Manche Epoxidharze eignen sich nicht für Schwimmbecken mit Kupfer-Silber-Elektrolyse. Bei einem Salzwasserbecken oder einem Becken mit hohem Chlorgehalt verhindert die Prüfung der chemischen Beständigkeit im Produktdatenblatt eine beschleunigte Schädigung der neuen Fuge.

Was Epoxidharz nicht behebt

Eine neue Epoxidfuge ersetzt auch bei perfekter Verarbeitung nicht die Abdichtung unter den Fliesen. Liegt die Ursache für den Wasserverlust in einem Mangel des Betonuntergrunds, einer unsachgemäß ausgeführten Ecke oder einer Durchführung für ein Einbauteil, lässt sich das Problem durch das Erneuern der Fugen allein nicht beheben. Deshalb muss klar zwischen der Erneuerung der Fugen (Optik und oberflächlicher Schutz) und der Reparatur der baulichen Abdichtung des Beckens unterschieden werden.

Gesamtansicht eines Schwimmbeckens, dessen Epoxidfugen gerade von zwei Fachleuten erneuert werden

Die Erneuerung einer Epoxidfuge auf einer vorhandenen Fuge im Schwimmbecken erfordert ein genaues Vorgehen: eine ehrliche Prüfung des Untergrunds, sorgfältige Vorbereitung ohne Abkürzungen und die Einhaltung der vom Hersteller angegebenen Aushärtezeit. Ist die alte Fuge nicht mehr tragfähig, ist das Überarbeiten eine trügerische Sparmaßnahme. Besser ist es, die Fuge vollständig auszukratzen und auf einem tragfähigen Untergrund neu zu beginnen, als zwei Schichten übereinander aufzutragen, von denen die erste bereits das Versagen der zweiten vorprogrammiert.

Epoxidfuge auf bestehender Fuge: So gelingt die Poolrenovierung